Mette-Marit von Norwegen: Im TV packt sie über Jeffrey Epstein aus - "Ich wusste es nicht"

Prinzessin Mette-Marit von Norwegen bricht ihr Schweigen: Im Interview mit dem norwegischen Sender NRK sprach die Ehefrau von Prinz Haakon nun erstmals im Detail über Jeffrey Epstein, den Prozess gegen Sohn Marius Borg Høiby und ihre Lungenerkrankung.

Mette-Marit von Norwegen bricht im TV ihr Schweigen zu Jeffrey Epstein

Jetzt stellt sich Mette-Marit von Norwegen (52) erstmals allen Fragen: In einem TV-Interview mit dem norwegischen Sender NRK, das am 20. März ausgestrahlt wurde, stand die Kronprinzessin, die derzeit wohl die größte Krise ihres Lebens durchmacht, Rede und Antwort. In den letzten Monaten ist viel passiert: Der gesundheitliche Zustand der 52-Jährigen aufgrund ihrer chronischen Lungenfibrose hat sich so massiv verschlechtert, dass Mette-Marit derzeit auf eine Lungentransplantation vorbereitet wird. Außerdem musste sich ihr Sohn Marius Borg Høiby (29) wegen schwerwiegender Vorwürfe vor Gericht verantworten, der Prozess ging am 19. März zu Ende, ein Urteil steht noch aus. Und dann wären da noch Mette-Marits Verwicklungen in den Epstein-Skandal.

Mette-Marit von Norwegen packte in einem TV-Interview über ihre Verbindung zu Jeffrey Epstein aus
In einem TV-Interview äußerte sich Mette-Marit von Norwegen erstmals ausführlich zu Jeffrey Epstein.© Getty Images, Imago

Epstein habe sie "manipuliert und getäuscht": "Wusste nicht, dass er ein Sexualverbrecher ist"

Durch die neu veröffentlichten "Epstein-Akten" war herausgekommen, dass Prinzessin Mette-Marit offenbar doch engeren Kontakt zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) hatte, als bislang angekommen. Schon vor Wochen entschuldigte sie sich schriftlich für das, was an die Öffentlich gekommen war. In dem TV-Interview zog sie nun nach. Einleitend erklärte sie dem NRK-Journalisten Petter Oulie-Haug, warum es ganze sieben Wochen dauerte, bis das Interview zustande kam: "Wir sind als Familie in den letzten Wochen in einer sehr herausfordernden Situation gewesen. Wir haben uns in erster Linie auf die Familie konzentriert", so die Prinzessin. Weiter offenbarte sie: "Ich bin die Mutter eines jungen Mannes, der in einer sehr schwierigen Situation war. Außerdem brauche ich aus gesundheitlichen Gründen sehr viel Ruhe. Das hat sich ja weiter verschlechtert." Auch Prinz Haakon (52) kam zu Wort: "Es war sehr viel auf einmal." 

Zu Jeffrey Epstein hat Mette-Marit heute offenbar eine klare Meinung. Sie erklärte:

Natürlich würde ich mir wünschen, ich hätte ihn nie kennengelernt. Aber es ist wichtig für mich, Verantwortung zu übernehmen, weil ich die Hintergründe nicht genauer untersucht habe. Auch dafür, dass ich manipuliert und getäuscht wurde. Aber der Fokus sollte nicht auf mir liegen, schließlich verdienen die Opfer, die schwerem Missbrauch ausgesetzt waren, Gerechtigkeit. Ich bin sehr wütend darüber, dass sie das bisher nicht bekommen haben. Und dass ich dazu beigetragen habe, ihm Legitimität zu geben. Das ist für mich sehr schwer.

Dabei sollen Mette-Marit und Jeffrey Epstein auch noch in Kontakt zueinander gestanden haben, nachdem er erstmals verurteilt worden war. "2011 schreiben Sie in einer Mail, 'Ich habe dich gegoogelt, ich bin deiner Meinung, es sieht nicht gut aus.' Was haben Sie da gegoogelt?", konfrontierte Journalist Oulie-Haug die 52-Jährige, die sich wiederum vage gab und offenbarte, sich nicht mehr erinnern zu können: "Darüber habe ich selbst viel nachgedacht ... Ich kann mich nicht erinnern. Das ist 15 Jahre her ...", so Mette-Marit. Und, den Tränen nahe, erklärte sie weiter: "Ich wusste nicht, dass er ein Sexualverbrecher ist. Und ich kann nicht darauf antworten. Es ist 15 Jahre her. Ich wünschte, ich hätte es damals getan, und ich würde mir wünschen, dass ich mich genau erinnern kann. Das würde mein Leben bestimmt leichter machen." Epstein habe sie damals"manipuliert und  getäuscht."

Mette-Marit stellt klar: Die Beziehung zu Epstein war rein freundschaftlich 

Kennengelernt habe sie Epstein damals über einen Freund, dessen Namen sie nicht nennen wolle. Die Beziehung zu dem Unternehmer sei rein freundschaftlicher Natur gewesen: "Er war in erster Linie ein Freund eines Freundes. Falls mit der Frage gemeint ist, ob da noch mehr war, ist die Antwort: Nein." Erst 2019 habe sie erfahren, was Jeffrey Epstein vorgeworfen wurde:

Wenn ich etwas hinzufügen darf, dann, dass ich viel Zeit damit verbracht habe, mich mit dem schweren Missbrauch, der 2019 bekannt wurde, zu beschäftigen. Die Tatsache, dass ich dort war, und nicht zuletzt die Schuldgefühle gegenüber den Opfern. Ich habe viel Zeit damit verbracht, das zu verarbeiten. Es ist für mich persönlich sehr schwierig und es war wirklich erst 2019, als ich auf den schweren Missbrauch aufmerksam wurde.

Damals habe sie sich schließlich dazu entschieden, den Kontakt zu Epstein abzubrechen.

Verwendete Quellen: NRK, Bild