Maite Kelly: Sie lebt mit Legasthenie und ADHS
Sie gilt als absolute Strahlefrau: Wo Maite Kelly (46) auftaucht, versprüht sie gute Laune und sorgt für fröhliche Gesichter. Doch abseits der Bühne und Kameras hat auch die Schlagersängerin natürlich ihre Themen, die den Alltag belasten. Bei einem Konzert gesteht Maite ganz offen: Sie leidet an Legasthenie (Lese-Rechtschreibschwäche) und ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung). Letzteres kann sich durch Probleme mit der Konzentrationsfähigkeit, der Impulsivität und der Selbstregulation zeigen. "Ich habe keinen Filter", wie Maite selbst es erklärt. Schon früh habe sie gemerkt, dass sie anders ist als ihre zwölf Geschwister. Die Sängerin bezeichnete sich deswegen auch schon als "schwarzes Schaf" der Kelly Family. "Für mich verschmelzen Sinneseindrücke. Heute kann ich nachvollziehen, wie schwer es für meine Geschwister damals war, mich zu verstehen, ich nahm die Welt anders wahr als sie, las lieber Bücher und schrieb kitschige Gedichte", verrät sie in einem Interview mit der "Zeit".
Auch ihre Tochter hat "keinen Filter"
Die ADHS-Diagnose zeige sich vor allem auch in ihrer Direktheit, erklärt Maite. Das habe Tochter Josie (17) geerbt: "Vor zwei Jahren meinte meine mittlere Tochter, die ungefiltert durchs Leben geht, zu mir: 'Mama, in zwei Jahren ist es so weit. Dann muss Agnes, die Große, raus. Du musst jetzt schon anfangen, dein Nest abzubauen'". Worte, die die Dreifach-Mama zunächst getroffen haben – doch jetzt versucht sie, das Beste draus zu machen: "Ich baue jetzt gerade einen Leuchtturm und strecke mich raus", so die 46-Jährige. "Damit die Große, die jetzt im Ausland studiert, immer, egal wie dunkel die Wolken sind, egal, wie dunkel die Nacht auch sein mag, weiß, dass ich zu ihr leuchte." So soll ihre Tochter Agnes immer "nach Hause, ins Schutzgebiet, in den Hafen finden."
ADHS bei Frauen
DHS bei Frauen zeigt sich oft anders als bei Männern und bleibt deshalb lange unerkannt. Viele Frauen erleben weniger ausgeprägte Hyperaktivität, dafür innere Unruhe, Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit, emotionale Überforderung und starkes Grübeln. Häufig entwickeln sie früh Strategien, um Erwartungen zu erfüllen, was zu Erschöpfung, Perfektionismus, Angststörungen oder Depressionen führen kann. Hormonelle Veränderungen, etwa im Zyklus, in der Schwangerschaft oder den Wechseljahren, können die Symptome beeinflussen. Hausärztinnen oder Hausärzte können eine erste Anlaufstelle sein und an Fachärzte für Psychiatrie oder spezialisierte Psychotherapeutinnen für eine Diagnostik überweisen. Eine passende Behandlung kann Lebensqualität, Selbstverständnis und langfristige Gesundheit deutlich verbessern.
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