Exklusiv
"Das große Promi-Büßen"-Fazit von Olivia Jones

"Das große Promi-Büßen"-Fazit von Olivia Jones: "Psychisch eine große Herausforderung"

Nachdem die Teilnehmer bei "Das große Promi-Büßen" in den letzten Episoden immer weniger wurden, entscheidet sich heute, wer das Format gewinnt. Moderatorin Olivia Jones, 52, hat jetzt im Exklusiv-Interview mit OKmag.de über ihre Erfahrungen in der Show gesprochen.

Olivia Jones: Echte Reaktionen

Vor wenigen Wochen überraschte ProSieben mit dem völlig neuen TV-Format "Das große Promi-Büßen". Darin wurden einige Reality-Stars mit ihrem Fehlverhalten aus der Vergangenheit konfrontiert. Dabei mussten sie sich auch Moderatorin Olivia Jones stellen und sich am Ende eine Strafe von ihr abholen. Während viele Zuschauer sich bei einigen der VIP's nicht ganz sicher waren, ob die Reue jedes Mal wirklich echt war, hat Olivia da keine Zweifel.

Alle haben verstanden, dass sie irgendwie Mist gebaut haben. Ich saß ja allen direkt gegenüber. Ich glaube, dass vielen gar nicht bewusst war, was sie durch ihre Worte und ihre Taten angerichtet haben. Aber wenn man sie direkt damit konfrontiert, nicht nur draufhaut, sondern sich Zeit nimmt, auch mal nachbohrt, sich aber auch ihren Teil der Geschichte anhört, da habe ich gemerkt, dass ich auch wirklich etwas bewirken konnte,

berichtet sie im Gespräch mit OKmag.de. Dies habe sie besonders bei einer der Teilnehmerinnen gespürt:

Ich habe zum Beispiel bei Elena Miras gemerkt, dass sie nach unserer Runde der Schande wirklich auch ein Stück weit ein anderer Mensch geworden ist. Das war schon beim ‘Kampf der Realitystars‘ zu sehen. Das Format wurde ja nach dem ‘Promi Büßen‘ aufgezeichnet. Da haben wir schon zum Teil eine ganz andere Elena gesehen. Und weil sie da auch mal andere Seiten von sich gezeigt hat, hat sie das Format ja dann sogar gewonnen. Ich glaube, dass es ein Stück weit auch durch das Promi-Büßen war, weil sie da das erste Mal wirklich reflektiert hat.

Doch auch bei einem anderen der Kandidaten habe sie viel bewirken können. "Wie auch Calvin Kleinen, dem gar nicht richtig bewusst war, was seine Macho-Art und sein Fred-Feuerstein-Frauenbild anrichten können", erklärt sie. Und weiter:

Das war für mich auch wirklich alles ein großes, emotionales Abenteuer. Das war ein Format, was für mich auch psychisch eine große Herausforderung war. Ich musste auch all die ganzen Emotionen danach verarbeiten. Das war für mich auch neu. Umso stolzer bin ich aber auch, dass die Resonanz gut ist und ich hab durchaus positives Feedback auch von den Kandidaten nach der Runde der Schande bekommen – das war mir auch sehr sehr wichtig.

Keine Abwehrhaltung

Auch die erste "Runde der Schande" in der Matthias Mangiapane mit seinem Verhalten während "Promis unter Palmen" konfrontiert wurde und dabei eher schadenfroh wirkte, war für Olivia sehr aufschlussreich. Im Gegensatz zu vielen Fans nimmt sie ihm die Reue dafür trotzdem ab.

Naja, dieses Lachen von ihm war eine Abwehrhaltung und das war auch, um die eigenen Fehler zu relativieren. Aber das Lachen ist ihm dann ja auch irgendwann vor laufender Kamera im Halse stecken geblieben, weil sie alle die Konsequenzen da auch gesehen haben,

stellt sie klar. Ähnlich sieht sie auch die Situation mit seiner Kollegin: "Eine Carina Spack hat dann natürlich auch gesehen, wie sehr Claudia Obert darunter gelitten hat und hat einfach gemerkt, was Worte und Mobbing anrichten." Obwohl sie selbst Erfahrungen mit derartigen Angriffen machen musste, habe sie die Teilnehmer der Show nicht verurteilt. Im Gegenteil:

Das ist ja auch der Grund, warum ich von ProSieben engagiert worden bin für diese Rolle, weil ich mich mit Diskriminierung und Mobbing sehr gut auskenne, weil ich das schon als sehr junger Mensch schon erfahren musste. Also weiß ich, was die Worte in diesen Situationen auch anrichten können.

Verletzlichkeit und Vorbildfunktion

Doch nicht nur die "Runde der Schande" von Matthias sorgte im Netz für viele Diskussionen. Auch der Moment, als Calvin sich über freizügige Aufnahmen von Influencerinnen äußerte und erklärte, dass diese sich dann nicht über den Empfang von unerwünschten Penis-Fotos wundern sollten, wurde stark kritisiert – auch von Olivia. Auf die Frage, wie sie bei den teilweise sehr krassen Szenen so ruhig bleiben konnte, erklärte sie:

Für mich war es berührend und auch wirklich schockierend. Es war auch gar nicht so einfach, mit dieser Situation umzugehen, weil ich nicht gedacht hätte, dass sich die Realitystars, die ja durchaus Kameras gewohnt sind, sich mir in so einer emotionalen, ehrlichen Art und Weise, öffnen.

Und weiter:

Aber ich fand es natürlich auch sehr sehr stark und sehr mutig. Dadurch haben sie sich selber auch verletzbar gemacht, aber der Zuschauer hat gesehen, warum sie zu dem geworden sind, was wir in einigen Reality-Formaten von ihnen gesehen haben. Also man hat wirklich das erste Mal den echten, wahren Menschen hinter der Promi-Fassade gesehen. Und das war für alle Beteiligten sehr emotional.

Die Hamburger Kiez-Ikone ist davon überzeugt, dass einige der Stars gar nicht verstehen, was sie durch ihre Auftritte im TV für einen Einfluss haben. Sie würde sich sogar wünschen, dass ihre Kollegen mit ihrer Bekanntheit mehr bewegen würden.

Was vielen Promis gar nicht bewusst ist, ist, dass sie eine Vorbildfunktion haben, dass sie viele viele Fans haben, die sich an ihrem Handeln auch orientieren. Die sind auch Symbolfiguren. Klar, viele Leute sagen ‘Das sind halt so Trash-Leute‘, aber nein. Diese Menschen prägen auch Generationen, haben ganz ganz viele Fans und sie können ihre Popularität ganz anders nutzen. Zum Beispiel für eine offene, tolerante Gesellschaft und sich gegen Mobbing einsetzen,

so Olivia anschließend.

Verwendete Quellen: eigenes Interview

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