Corona-Schock bei "Goodbye Deutschland": "Das wird Tote bedeuten"

Thomas Schimke ist vor 14 Jahren als Arzt ausgewandert

Familie Schimke wagte vor 14 Jahren den mutigen Schritt ins Ausland. Bisher konnte sich die Familie aus Soest in Schweden sehr glücklich schätzen, doch durch die Corona-Krise tun sich Abgründe auf ...

"Goodbye Deutschland"-Auswanderer ist entsetzt: Das wird Schwedens Untergang

Der Kampf gegen das Coronavirus hält die ganze Welt in Atem. Was sich aus China über Italien bis nach Nordamerika ausgebreitet hat, betrifft mittlerweile jeden. Außer die Schweden: Die scheinen sich aus dem ganzen Drama nicht viel machen zu wollen. Dort steht die Welt nicht still, sondern alles geht seinen gewohnten Gang.

Ein absurdes Verhalten, findet Thomas Schimke. Der Mediziner ist vor 14 Jahren mit seiner Frau und der kleinen Leonie nach Lappland ausgewandert. Mittlerweile ist die Familie zu fünft. Der Chefarzt des Gesundheitzentrums Pajala traut seinen Augen nicht, wenn er in seiner Wahl-Heimat aus dem Fenster schaut: 

Das Volk, dem ich immer vorgeworfen habe, dass es übertrieben vorsichtig ist, ist jetzt so verantwortungslos. Das wird Schwedens erste richtige Katastrophe,

behauptet der Mann, der in seiner Region für circa 6.000 Einwohner die Verantwortung trägt, im RTL-Interview. In Thomas' Klinik gibt es zum Beispiel gerade mal vier Betten auf der Intensivstation.  

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Auch Ehefrau Eva, die mittlerweile als Lehrerin tätig ist, ahnt Böses. Die 300 Schüler, die sich täglich auf dem Schulfhof sammeln, bereiten ihr große Sorgen. Deshalb hat Familie Schimke sich eigenständig für die Selbst-Isolatoin entschieden. Leonie, Ida und Louie gehen nicht mehr zur Schule. Ihre Freunde verbringen die Zeit währenddessen vermutlich noch immer in gut gefüllten Restaurants und Parks.

Papa Thomas fürchtet sich schon jetzt vor dem Worst-Case-Szenario:

Ich rechne damit, dass wir die Eishalle in Pajala anwenden müssen, um verstorbene Menschen unterbringen zu müssen.

In der Sendung "Stunde Null - Wettlauf mit dem Virus" erklärt der Mediziner, dass seine Gegend nicht für eine derartige Katastrophe gewappnet sei. Besonders drastisch: Ihm zufolge gehöre ein Viertel der Bewohner sogar zur sogenannten Risikogruppe. Dass es um Leben und Tod gehen werde, sei ihm mehr als bewusst.

Das, was wir jetzt nicht machen, wird in drei Wochen Tote bedeuten. Ich weiß nicht, ob ich so lange durchhalte.

In Lappland sei man vor allem aufgrund der fehlenden Materialien aufgeschmissen, so Thomas über die SItuation vor Ort. Die Masken sollen "nicht wirklich schützen", es gibt nur eine Hand voll Schutzmänteln, lediglich eine einzige Schutzbrille und in Altenheimen sucht man vergeblich nach Schutzkleidung. Thomas sieht schwarz für die Bevölkerung Pajalas.

 

 

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