Angelina Jolie: Darum bereitet sie ihre Kinder auf ihren Tod vor

In ihrem neuen Film "Couture" übernimmt Angelina Jolie die wohl persönlichste Rolle ihrer Karriere - es geht um eine Regisseurin mit einer Brustkrebsdiagnose. Ein Schicksal, das Jolies eigene Familie dramatisch prägte. Im Interview mit dem Magazin "Variety" gewährt die Oscar-Preisträgerin nun schmerzhafte Einblicke in ihr Seelenleben und gesteht, warum sie ihre drei Töchter bereits jetzt auf ein Leben ohne sie vorbereitet.

Angelina Jolie mit Sonnenbrille und ernstem Blick
Gezeichnet von der Vergangenheit: Angelina Jolie spricht offen über das genetische Krebsrisiko, das ihr ganzes Leben bestimmt.© Imago

Angelina Jolie: Krebsangst nach Schicksalsschlägen

Morbide oder mütterliche Fürsorge? In ihrem neuen Film "Couture" spielt Angelina Jolie (51), die wohl persönlichste Rolle ihres Lebens. Immerhin handelt dieser von einer Regisseurin, die mit einer Brustkrebsdiagnose konfrontiert wird. Ein Thema, das die Sechsfachmama selbst leider allzu gut kennt. Denn ihre Mutter ist mit 56 Jahren an den Folgen von Eierstock- und Brustkrebs gestorben. Und auch ihre Großmutter mütterlicherseits erkrankte an Eierstockkrebs. Umso wichtiger ist es ihr, darüber auch zu Hause ausführlich zu sprechen – vor allem mit ihren drei Töchtern.

"Ich bereite meine Kinder auf meine Abwesenheit vor"

"Ich erziehe meine Kinder so, dass ich sie fast auf meine Abwesenheit vorbereite, und nicht so sehr darauf, eine Großmutter zu sein", erklärt sie nun im Interview mit dem Magazin "Variety". Und weiter: "Das passiert, wenn man den Tod als Realität betrachtet." Auch in der Öffentlichkeit erklärte sie bereits, dass sie eine Mutation des BRCA1-Gens trägt, und Ärzte ihr daher ein 87-prozentiges Risiko für Brustkrebs und ein 50-prozentiges Risiko für Eierstockkrebs attestiert hätten. 

Daraufhin traf sie eine schwere Entscheidung: Angelina ließ vorsorglich eine doppelte Mastektomie durchführen und zudem ihre Eierstöcke und Eileiter entfernen. Die Angst, ihre Sprösslinge alleine zu lassen, begleitet sie trotzdem jeden Tag. "Ich glaube, weil ich meine Mutter früh verloren habe und meine Großmutter nie kennengelernt habe, hatte ich nie das Gefühl, dass ich ein langes Leben vor mir habe", gesteht sie. 

Ich habe das Alter, in dem meine Mutter die Diagnose bekam, bereits überschritten. Ich leide fast darunter, dass ich nicht im Moment leben kann, weil ich das Gefühl habe, hetzen und eilen zu müssen, weil die Zeit abläuft.

Dabei wird sie gerade von ihren Kids zum Gegenteil ermutigt: "Meine Kinder sind fast alle 18, also wollen sie jetzt sehen, wie ich um die Welt reise, sie wollen, dass ich rausgehe und Dinge unternehme."

Dieser Artikel erschien zuerst in der aktuellen Ausgabe der OK! - alle zwei Wochen mittwochs neu am Kiosk!