
George Clooney: "Wer ist dieser alte Typ?"
Viel Spaß: Haben Sie sich mit dieser Figur identifizieren können?
"Ehrlich gesagt, nein. Viele sagten nachher: 'Das bist ja irgendwie du'. Aber das stimmt nicht. Dieser Mann trägt so viel Reue in sich – die habe ich nicht. Meine Kinder mögen mich noch… gut, sie sind erst acht, das kann sich ändern (lacht). Aber im Moment mögen sie mich. Und ich arbeite auch heute noch mit Menschen zusammen, die seit Jahren an meiner Seite sind. Mein Leben ist ganz anders als das dieses Charakters", so George Clooney.
Gab es Momente, die Sie während des Drehs wirklich überrascht haben?
George Clooney: "Oh ja. Zum Beispiel den Schluss – ich wusste vorher nicht, dass sie dafür echte Szenen aus meinem Leben verwenden würden. Und dann stehe ich da am Set und sehe mich innerhalb von vier Minuten rapide altern. Ich weiß ja nicht, wie’s Ihnen geht, aber ich selbst merke das Altern nie. In meinem Kopf sehe ich immer noch aus wie mit 16. Und dann sieht man ein Foto und denkt: Wer ist dieser alte Typ? (lacht)."
Vermissen Sie manchmal ein normales Leben – ohne Kameras und Aufmerksamkeit?
"Natürlich wäre manches einfacher", so Clooney. "Es gibt Dinge, die ich nicht mehr tun kann, ohne erkannt zu werden. Ein Baseballspiel besuchen, unerkannt spazieren gehen – das können andere leichter. Aber unterm Strich ist es ein Tauschgeschäft. Ich habe ein außergewöhnliches Leben!"
"Ich habe nie Berühmtheit hinterhergejagt"
Denken Sie da manchmal an Ihre Anfänge zurück?
George Clooney: "Klar. Ich war acht, neun Jahre in derselben Schauspielklasse, konnte sie aber nicht bezahlen und habe dort gearbeitet. Ich bin mit dem Fahrrad zu Castings gefahren, habe im Schrank eines Freundes geschlafen… Aber es war eine wunderbare Zeit: diese Aufregung, diese Gemeinschaft. Wenn einer einen Job bekam und bezahlt wurde, hat er für alle Drinks ausgegeben. Heute, über 40 Jahre später, treffe ich manchmal jemanden von damals – und sofort ist alles wieder da. Ihre Tante war eine berühmte Sängerin."
Haben Sie dadurch früh verstanden, wie zerbrechlich Ruhm sein kann?
Ja. Als ich in der Highschool war, war meine Tante längst nicht mehr berühmt. Rock’n’Roll kam – und viele Sängerinnen aus den 1950ern verschwanden. Für manche Dinge konnte sie nichts, andere hat sie sich selbst verbaut. Alkohol, falsche Entscheidungen. Sie hat das später offen in ihrem Buch geschrieben. Für mich war das eine wichtige Lehre: wie schnell man alles verlieren kann und wie vorsichtig man mit Erfolg umgehen muss.
Hat das Ihre Einstellung zu Ruhm verändert?
"Auf jeden Fall. Ich habe nie Berühmtheit hinterhergejagt. Ich wollte arbeiten – das war immer mein Ziel. Ruhm kommt dann eben als Begleiterscheinung dazu. Am Anfang ist es aufregend, später merkt man, was es einem nimmt. Aber Sie werden mich nie darüber klagen hören", so Clooney
Wenn Sie auf Ihr Leben schauen: Gibt es Dinge, die Sie sich zurückwünschen würden?
"Klar – meine Knie von früher würde ich gern wieder haben (lacht). Aber sonst? Ich weiß nicht, ob ich alles noch einmal machen müsste. Ich genieße es sehr, wo ich jetzt bin. Ich darf mit Menschen arbeiten, die ich liebe – und gleichzeitig muss ich nie wirklich erwachsen werden. Ich bin 65 und darf immer noch spielen und so tun, als sei ich jemand anderes. Was für ein Glück! Ich muss nicht alles wiederholen. Wahrscheinlich würde ich es sowieso wieder vermasseln", sagt George Clooney.
Man hat bei Ihnen immer das Gefühl, dass Sie sich trotz Ihres Erfolgs nie abschotten. Woher kommt diese Offenheit?
George Clooney: "Vielleicht, weil ich erst relativ spät berühmt wurde. Ich weiß genau, wie es sich anfühlt, wenn Erfolg weit weg ist. Deshalb nehme ich ihn heute nicht als selbstverständlich. Und ich verstecke mich nicht."
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Verwendete Quellen: Woche der Frau






