Karl Lagerfeld: Sein dunkles Geheimnis

"Er wurde oft gehänselt und gedemütigt - das vergisst man nicht" 

26.09.2020 21:00 Uhr

Ein Jahr nach dem Tod von Karl Lagerfeld (†85) enthüllt eine Biografie jetzt verstörende Details über das Leben des weltbekannten Mode-Designers.  

Karl Lagerfeld: Biografie rollt skandalöse Familiengeschichte auf 

Zwischen mir und dem Rest der Welt steht eine Glaswand,

erklärte Karl Lagerfeld einmal. 

Zu Lebzeiten galt der respektierte Modezar als unantastbar. Doch jetzt kommt eine Biografie auf den Markt (Titel: „Karl Lagerfeld. Ein Deutscher in Paris“), die die skandalöse Familiengeschichte des Designers aufrollt: Seine Eltern sollen Mitglieder
der NSDAP gewesen sein! Das zumindest schreibt der renommierte Modekritiker Alfons Kaiser, 55, in seinem Buch.

 

 

 

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"Vielleicht hätte ihn Chanel gar nicht genommen"

Während Otto Lagerfeld (†85) sich nur aus geschäftlichen Gründen mit den Nazis abgab, sei dessen Frau Elisabeth (†81) eine überzeugte Nationalsozialistin gewesen. „Seine Karriere hätte womöglich anders verlaufen können, wäre das früher bekannt geworden“, orakelt der Autor.

Vielleicht hätte ihn Chanel dann gar nicht genommen, denn als Deutscher hatte er es in Paris in den Anfangsjahren ohnehin nicht leicht.

 

 

Erst nach dem Krieg sollen sich Lagerfelds Eltern von Hitlers Ideologien distanziert haben. Ob Karl Kenntnis darüber hatte, ist nicht bekannt.

"Er konnte eiskalt werden"

Dafür liefert der Biograf neue Einblicke in die Gedankenwelt des Fashion-Genies. In einem Interview mit der „Grazia“ offenbart Alfons Kaiser:

Er hatte große, überlebensgroße Ansprüche an sich selbst und an seine Freunde und Mitarbeiter. Wenn jemand nicht mehr begeistert genug von ihm war oder zu begeistert von sich selbst, dann konnte er eiskalt werden. 

Dies habe man besonders an seiner früheren Muse Inès de la Fressange, 63, gesehen.

 

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Karl Lagerfeld mit Inès de la Fressange

„Er hatte das Gefühl, dass sie nicht mehr ehrlich war, dass sie nicht mehr alles gab, und schon war Schluss. 1989 warf er sie urplötzlich
raus und schickte ihr noch böse Worte hinterher“, berichtet Kaiser, der für das Buch um die halbe Welt gereist ist und mit über 100 Personen aus Lagerfelds privaten Umfeld gesprochen hat.

"Yves Saint Laurent nahm ihn als Modemacher nicht ernst"

In seinem Werk gibt es auch ein Kapitel über die Widersacher des Designers. „Da geht es vor allem um Yves Saint Laurent, mit dem Karl eine innige Freund-Feindschaft verband. Yves nahm ihn als Modemacher nicht ernst“, weiß der Autor. Und weiter: „Überhaupt wollten viele Franzosen nicht einsehen, dass dieser Deutsche ein guter Designer war. Yves gönnte ihm auch den Erfolg mit Chanel nicht. Dafür machte sich Lagerfeld darüber lustig, dass Saint Laurent sich seit den Achtzigerjahren mit seiner Mode ständig wiederholte. So war das oft: Wenn jemand hinter seinem Rücken schlecht über ihn redete, dann konnte schnell Schluss sein.“

 

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Mode-Ikone Yves Saint Laurent

"Er wurde oft gehänselt und gedemütigt - das vergisst man nicht" 

Dass der gebürtige Hamburger kein einfacher Mensch war, kann der Schriftsteller jetzt umso besser verstehen:

Die dunklen Seiten, dass er manchmal dünnhäutig und unduldsam war, führe ich heute auf die Erfahrungen in seiner Jugend zurück. Damals wurde er in Bad Bramstedt von Mitschülern oft gehänselt und gedemütigt. Solche Erfahrungen vergisst man sein Leben lang nicht.

Text: NS 

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