Vermisste Maddie McCann: Wird jetzt der Fall gelöst?

Die Polizei bleibt optimistisch

Madeleine McCann verschwand vor fast 14 Jahren spurlos. Trotz der langen Zeit ist die Staatsanwaltschaft nun sicher, den Fall doch noch aufklären zu können.

 

 

Maddie McCann: Spurlos verschwunden – ihr Fall

Am 3. Mai 2007 verschwand die erst dreijährige Madeleine McCann aus einer Apartmentanlage in Praja del Luz (Portugal), wo die Familie ihre Ferien verbrachte. Die Eltern waren zu diesem Zeitpunkt in einem nahegelegenen Restaurant essen. Als sie zurückkehrten war ihre Tochter plötzlich verschwunden. Die ganze Welt schien in Aufruhr zu sein. Eine internationale Fahndung begann, Tausende Hinweise gingen ein, viele wurden verdächtigt. Trotzdem fehlten stets die handfesten Beweise. 2017 hat sich ein ehemaliger Bekannter von Christian B., 44, bei Scotland Yard gemeldet. Er behauptete, dieser habe ihm anvertraut, mit dem Verschwinden von Maddie zu tun zu haben. Seit November vergangenen Jahres sitzt der Hauptverdächtige Christian B. in der Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel wegen Drogenhandel. Darauf folgt eine siebenjährige Haftstrafe wegen Vergewaltigung einer Frau in Portugal.

Im Zuge der Ermittlungen im Fall Maddie gab es Hinweise auf weiteren sexuellen Missbrauch – auch an Kindern. Eine Leiche wurde jedoch nicht gefunden, auch sonst fehlen seit über einem Jahrzehnt genauere Indizien. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat jedoch keinen Zweifel daran, dass Christian B. Maddie damals entführt und getötet hat. Pressesprechers Christian Wolters:

Wenn wir uns nicht so sicher wären, dann wären wir mit diesen Informationen auch nicht an die Öffentlichkeit gegangen - auch wir haben keine Lust, uns zu blamieren.

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Maddie McCann: Ermittlungen im vollen Gange

Dieses Jahr laufen mindestens drei weitere Ermittlungsverfahren gegen den Hauptverdächtigen. "Auch wenn die Ermittlungen eines Falls, der so weit zurück liegt, schwierig sind, bleiben wir optimistisch ihn endlich lösen zu können", so Wolters. Der Anwalt des Angeklagten fordert von der Polizei jedoch Beweise ein, bevor dieser sich vor Gericht stellt. Die Kosten des Falls betragen seit 2011 schon über 12.5 Millionen Pfund. Trotzdem wird weiter gezahlt und ermittelt.

Wolters setzt ebenfalls Hoffnung in die bald erscheinende Dokumentation "Unter Verdacht: Der Fall Madeleine McCann". Die Dokumentation, die am 28.04.21 auf TLC erscheint, widmet sich größtenteils Christian B., lässt dessen Freunde und Familie zu Wort kommen, wie auch weitere Schlüsselfiguren wie seinen Verteidiger, der deutsche Staatsanwalt und einen ehemaligen portugiesischen Ermittler.

Auch wenn nur noch wenig Hoffnung besteht, dass die kleine Maddie am Leben sein könnte, hat der Fall endlich eine Aufklärung verdient. Damit ihre Familie und auch alle, die jahrelang für den Fall und dessen Auflösung gekämpft haben, hoffentlich endlich Frieden finden können.