
39 von 40 Punkten: Die drakonische Forderung der Staatsanwaltschaft
Marius’ Hoffnung auf einen Sommer in Freiheit ist endgültig zerplatzt. Die Justiz hält den 29-Jährigen für zu gefährlich, um ihn bis zur Urteilsverkündung – die nun erst für Juni 2026 erwartet wird – auf freiem Fuß zu lassen. Die Liste der Vorwürfe ist erschütternd: In insgesamt 40 Anklagepunkten musste sich Marius vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft forderte am Ende ihres Plädoyers eine Haftstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten.
Besonders schwer wiegen die Vorwürfe der mehrfachen Vergewaltigung. Die Anklage stützt sich dabei unter anderem auf verstörende Videos, die auf Marius’ eigenem Handy gefunden wurden. Laut Staatsanwaltschaft zeigen sie Übergriffe auf Frauen, die sich in einem hilflosen Zustand befanden oder schliefen. Während Marius einige Taten wie Körperverletzung und Drogenmissbrauch (Transport von 3,5 kg Marihuana) zugab, bestreitet er die Vergewaltigungsvorwürfe vehement.
Ein Hauch von Familie: Marit Tjessem zahlt den Preis
Dass Marius in der Haft unter massiver psychischer Belastung leidet und starke Medikamente nehmen muss, ist kein Geheimnis. Doch er ist nicht allein. In einer beispiellosen Geste des familiären Rückhalts besuchten ihn nicht nur Haakon und Mette-Marit für eine emotionale Stunde im Gefängnis – auch seine Großmutter Marit Tjessem (88) steht felsenfest zu ihm.
Die Seniorin ging sogar bis an ihre finanziellen Grenzen: Sie soll rund 116.000 Euro aufgebracht haben, um Prozesskosten und Schulden ihres Enkels zu begleichen. Ein Opfer, das die tiefe Verzweiflung der Familie widerspiegelt, die ihren „verlorenen Sohn“ trotz der grausamen Vorwürfe nicht aufgeben will.
Das „kriminelle Gen“? Die Parallelen zum Onkel
In Norwegen wird derzeit hitzig diskutiert, ob Marius’ Weg in die Kriminalität vorbestimmt war. Die Medien ziehen bittere Parallelen zu Mette-Marits Bruder Espen Høiby. Dieser wurde bereits 2003 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, weil er – genau wie sein Neffe heute – gegenüber einer Ex-Freundin gewalttätig geworden war. Es ist ein dunkles Erbe, das die Kronprinzessin nun erneut einholt und das Image der Monarchie in ihren Grundfesten erschüttert.
Unsere Analyse
Dass die Staatsanwaltschaft mit einer Forderung von sieben Jahren und sieben Monaten fast das Höchstmaß ausschöpft, signalisiert eine kompromisslose Haltung der Justiz. Doch das eigentliche Drama spielt sich auf der emotionalen Ebene ab. Die demonstrative Einigkeit der Familie – von Haakons Chauffeur-Diensten bis zum finanziellen Opfer der Großmutter Marit Tjessem – wirkt wie ein verzweifelter Schutzwall gegen die öffentliche Verachtung.
Das Fazit
Der Vergleich mit seinem Onkel Espen zeigt: Das norwegische Volk wird die „kriminellen Schatten“ der Vergangenheit nicht länger als Jugendsünden abtun. Wenn im Juni 2026 das Urteil fällt, steht nicht nur Marius vor dem Richter, sondern auch die moralische Glaubwürdigkeit von Mette-Marit und Haakon. Wir erleben hier den Moment, in dem die Liebe einer Mutter frontal mit der Verantwortung einer künftigen Königin kollidiert.








