„The Biggest Loser“: Gefährliches Spiel mit den Kandidaten

Sportwissenschaftler ist geschockt: „In der Sendung geht es nur darum, die Teilnehmer vorzuführen"

Die Kandidaten bei „The Biggest Loser“ gehen im TV an ihre körperlichen und nervlichen Grenzen - für ihre Gesundheit ist das jedoch hochriskant. Dürfen wir vorstellen: das Drill-Team! Die Coaches Mareike Spaleck (l.) und Ramin Abtin mit Camp-Chefin Dr. Christine Theiss Jörn Giersberg ist Dipl.-Sportwissenschaftler (figurtrainer.de) und zeigt sich gegenüber OK! deutlich verärgert über das Format: „Nach der Show wird bei den meisten Kandidaten der Jo-Jo-Effekt eintreten.“

Power-Work-outs bis buchstäblich zum Erbrechen, dazu eine strikte Low-Carb-Diät. Warum die Abnehm-Show „The Biggest Loser“ extrem gesundheitsschädlich ist - ein Experte schlägt in OK! Alarm.

„In der Sendung geht es nur darum, die Teilnehmer in Extremsituationen zu versetzen und vorzuführen“

Wut, Schweiß und Tränen! Bei den „The Biggest Loser“-Kandidaten liegen die Nerven blank. „Das ist schlimmer als Kinder kriegen“, klagt Sandra, 38, nach dem Planking-Wettbewerb am Pool gegen Team Grün. Doch hätte sie geahnt, was danach auf sie zukommt, hätte sie die gemeinsame Bauchmuskel-Übung wohl als Klacks abgetan. Denn Team Rot musste in der Hitze Teneriffas eine lange, steile Treppe hoch- und runterlaufen und zwischendurch Liegestütze und Co. machen. Diese Sporteinheit sollte dazu dienen, dass die Kandidaten über ihre Grenzen hinauswachsen. Zu viel für Fabian, 27! Er musste sich während des Drills gleich zweimal übergeben!

 


(© ProSieben) Treppen-Tortur! Fabian musste sich vor Anstrengung zweimal übergeben, Sandra stützt ihn

 

In der Sendung geht es nur darum, die Teilnehmer in Extremsituationen zu versetzen und vorzuführen für gute Einschaltquoten,

ärgert sich Dipl.-Sportwissenschaftler Jörn Giersberg im Gespräch mit OK!.

Für die Show mag die Sport-Folter ein Erfolgskonzept sein – für die Gesundheit der Kandidaten ist sie hochriskant. „Stark Übergewichtige sollen in relativ kurzer Zeit sehr viel abnehmen“, analysiert der Experte das beliebte Diät-Format. „Doch dabei ruinieren sie ihren Stoffwechsel!

 


(© ProSieben) Kreislauf-Kollaps: Bei der 900-Mal-Aufstehen-Challenge muss Guido, 53, mehrfach aussetzen

 

Experte warnt: „Es kann zu Dauerschäden kommen“

Denn die extreme körperliche Belastung in Kombination mit einer kohlenhydratarmen Diät führt zwar dazu, dass die Kilos purzeln – hat aber unerwünschte Nebenwirkungen.

Die Teilnehmer sind am Ende zwar schlanker, allerdings muss der Fettanteil nicht zwangsläufig weniger geworden sein, da auf diese Art und Weise auch Muskelmasse abgebaut wird. Wir brauchen jedoch Muskeln, um Kalorien zu verbrennen,

erklärt Giersberg.

Nach der Show wird bei den meisten Kandidaten der Jo-Jo-Effekt eintreten“, ist er sich sicher. Außerdem stellen die extremen Sporteinheiten in der Show ein hohes Risiko für Sehnen und Bänder dar. „Wenn jemand, der es nicht gewohnt ist, plötzlich so viel joggen und springen muss, kann es leicht zu Überlastungen und möglicherweise auch Dauerschäden kommen“, warnt der Promi-Personal-Trainer.

 


(© ProSieben) Muskel-Schmerzen: Saki, 39, quält sich bei der Sit-up-Competition am Pool

 

So funktioniert das Abnehmen wirklich!

Die Sendung gibt ein falsches Bild vor, wie Abnehmen funktioniert!

Wer kurzfristig, langfristig und auch anhaltend abnehmen will, sollte vor allem auf Muskelaufbau setzen. „Einmal die Woche 20 bis 40 Minuten Cardiotraining, dazu zweimal die Woche Krafttraining“, rät Giersberg. Allerdings sollte zwischen der Ausdauer-Einheit und dem Gewichte-Stemmen keine lange Pause liegen. „Wenn Sie zum Beispiel am Montag und am Donnerstag trainieren, machen Sie an einem der beiden Tage nach dem Muskelaufbau-Work-out noch etwas Cardio“, so der Experte.

 


(© ProSieben) Sabine, 41, aus Team Grün hat Herzprobleme und brach während der Sporteinheit zusammen. Weil sie kurzfristig ausgefallen war, mussten ihre Mitstreiter extra Übungen machen

 

Und bei der Ernährung sind Kohlenhydrate zum richtigen Zeitpunkt sogar ausdrücklich erwünscht. „Morgens Haferflocken, mittags Reis oder Kartoffeln mit Fleisch oder Fisch und Gemüse – das sorgt auch dafür, dass keine Heißhungerattacken entstehen“, sagt er.

Julia C. Zuraw

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