Cyntoia Brown: Ihr Schicksal bewegt jetzt die ganze Welt!

Kim Kardashian, Rihanna & Co. fordern die Freilassung der 29-Jährigen aus dem Gefängnis

Weil Cyntoia Brown 2004 im Alter von 16 Jahren einen Freier erschoss, nachdem sie zuvor drogenabhängig und zu einer Sex-Sklavin gemacht wurde, verurteilte sie ein Gericht zu lebenslanger Haft. Neue Untersuchungen verschaffen dem Schicksal der jungen Frau nun erneut internationale Medienpräsenz, und Stars wie Kim Kardashian, 37, und Rihanna, 27, fordern öffentlich die Freilassung Cyntoias aus dem Gefängnis.

Der Fall Cyntoia Brown

Auch wenn der tragische Mordfall um Cyntoia Brown und ihren Freier Johnny Mitchell Allen (†43) schon dreizehn Jahre zurückliegt, beschäftigt er noch heute Menschen auf der ganzen Welt. Die Ungerechtigkeit, die das damals 16-jährigen Mädchen während ihres Prozesses erfahren musste, wurde bereits 2011 in der Dokumentation „Me Facing Life“ von Daniel Birdman verfilmt.

Cyntoia stammt aus einer Familie, in der sexueller und physischer Missbrauch gegenüber Frauen zum Alltag gehörte - über mindestens drei Generationen hinweg. „Sie hatte nie eine Chance“, erklärt Regisseur Birdman, dem die heute 29-Jährige ihre komplette Lebensgeschichte anvertraut hatte.

Irgendwann hält Cyntoia die täglichen Qualen in ihrem Zuhause nicht länger aus und rennt davon. Sie lernt einen jungen Mann mit dem Spitznamen „Kutthroat“ (zu deutsch: aufgeschlitzte Kehle) kennen, der sie drogenabhängig macht und anschließend zur Prostitution zwingt.

Eines Tages wird die 16-Jährige von einem Freier namens Johnny Allen erworben. Er ist 43 Jahre alt und Immobilienmakler. Er bezahlt für den Sex mit Cyntoia und schleppt sie in ein Haus voller Waffen. Weil sich der Mann plötzlich seltsam und beunruhigend verhält, erschießt das Mädchen aus Angst ihren Freier. Der Vorfall ereignete sich 2004 in der Stadt Nashville.

Das Urteil

Während ihres Prozesses im Jahr 2004 erklärte Cyntoia, dass Schläge, Würgen und Vergewaltigungen von ihrem Zuhälter an der Tagesordnung waren, außerdem wurde sie regelmäßig mit Waffen bedroht. Ihre Verteidigung argumentierte damals, dass die Torturen und auch das Trauma in ihrer Kindheit Auslöser für die affektive Tat gewesen sein sollen.

Obwohl Cyntoia zum Zeitpunkt der Tat gerade mal 16 Jahre alt war und zu den sexuellen Akten mit ihren Freiern gezwungen wurde, verurteilte sie das Gericht zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen Mordes und Prostitution. Eine vorzeitige Entlassung ist erst nach 51 Jahren möglich.

Die Dokumentation: „Me Facing Life

Der Film von Daniel Birdman aus dem Jahr 2011 brachte zumindest einen kleinen Erfolg: Die Gesetze im Staat Tennessee wurden geändert. Heute können nur Erwachsene ab einem Alter von mindestens 18 Jahren wegen Prostitution verurteilt werden. Doch die Gesetzesänderung hat auf das Urteil gegen Cyntoia Brown keine Auswirkungen.

Die 29-Jährige hat bisher 13 Jahre ihrer Haftstrafe abgesessen. Sie hat hinter Gittern ihren College-Abschluss absolviert und arbeitet Berichten zufolge aktuell an ihrem Bachelor. Außerdem arbeitet sie unentgeltlich als Beraterin für das „Jugend Justiz System".

Sieh hier den Trailer zur Dokumentation:

Die Welle der Empörung

Einwohner des Staates Tennessee haben eine Petition gegründet, die die Freilassung von Cyntoia Brown aus dem Gefängnis fordert. Bisher wurden rund 190 Tausend Unterschriften gesammelt.

Außerdem wurden von dem Sender „Fox 17 News“ neue Ermittlungen initiiert, die dem Fall aktuell wieder breite internationale Medienpräsenz verschafft hat. Unter dem Hashtag #FreeCyntoiaBrown verbreitet sich derzeit ein Foto in den sozialen Netzwerken, welches auf das Schicksal Browns aufmerksam macht. Befürworter sind der Meinung, dass der Fall unter den heutigen Gesetzten anders behandelt werden und Cyntoia keine lebenslange Haft erhalten würde.

Auch Stars wie Kim Kardashian und Rihanna haben sich eingeschaltet, um Cyntoia Brown in ihrem Kampf gegen das Rechtssystem zu unterstützen.

Die Frau von Rapper Kanye West schrieb am Dienstag, 21. November, bei Twitter:

Das System ist gescheitert. Es bricht mir das Herz zu sehen, dass ein junges Mädchen zur Prostitution gezwungen wird und dann, als sie die Courage findet um sich zu wehren, lebenslang ins Gefängnis muss. Wir können das besser und müssen das Richtige tun. Ich habe meine Anwälte gestern angerufen um zu sehen was wir unternehmen können, um das richtig zu stellen.

Auch Sängerin Rihanna meldete sich via Instagram zu Wort:

Haben wir die Definition von Gerechtigkeit geändert? Denn etwas läuft gewaltig falsch, wenn das System Vergewaltiger begünstigt und das Leben eines Opfers einfach so wegwirft. An alle die dafür verantwortlich sind: Ich hoffe bei Gott, dass ihr keine Kinder habt. Denn das könnte eure Tochter sein, die hier dafür bestraft wird, schon ihr ganzes Leben bestraft worden zu sein.

Falls dich das Schicksal von Cyntoia Brown bewegt, kannst du HIER die Petition unterschreiben.

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