Bruder von Martin Haas †55: "Er ahnte nicht, dass er todkrank war"

Steffen Haas über die tragischen Todesumstände des Sat.1-Nachrichtenmoderators

Am Dienstag, 27. März, starb Martin Haas überraschend im Alter von 55 Jahren. Die Todesursache des beliebten Sat.1-Moderators, der im Frühstücksfernsehen die Nachrichten präsentiert hatte: Herzversagen. Nun wurden tragische Details bekannt: Sein Bruder Steffen und Redaktionsleiter Jürgen Meschede berichten von den traurigen Umständen seines Todes.  

Martin Haas war der größte und dienstälteste Sat.1-Moderator

Seit 1991 moderierte der 2,01-Meter-Mann die Nachrichten im "Sat.1-Frühstücksfernsehen" und war damit nicht nur der größte, sondern auch der dienstälteste Moderator. 


Seit 1996 war Martin Haas im Sat.1-Frühstücksfernsehen zu sehen. ©dpa Picture Alliance

Todesursache Herzversagen

Als Todesursache bestätigen die Kollegen, dass Martin Haas an Herzversagen starb. Doch wie kam es dazu? "Er hatte schon länger Probleme mit dem Herzen", erzählte Sat.1-Kollegin Marlene Lufen "Bunte.de".

Tragische neue Details: Aus dem Krankenhaus als geheilt entlassen

Martin Haas meldete sich am 20. Februar krank. Nun werden tragische Details bekannt: Laut Redaktionsleiter Jürgen Menschede, hatte er sich eine Erkältung eingefangen, die sogar zu einer Lungenentzündung geführt hatte. Die Folge: Haas wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Doch einige Tage später wurde er wieder entlassen - er galt als geheilt. Ein fataler Irrtum.

Martin kündigte daraufhin seine Rückkehr an, er hat fest damit gerechnet, wieder vor der Kamera zu stehen,

so Jürgen Meschede zu "Bunte". Doch so weit sollte es nie kommen, denn Martin Haas kehrte nie wieder in seinen Job zurück. 

Auch sein Bruder Steffen Haas sprach mit dem Magazin und berichtete, dass der verschleppter grippale Infekt das ohnehin schwache Herz seines Bruder zusätzlich geschwächt habe - bis es plötzlich aufhörte zu schlagen.

Er wusste, dass er wegen seines Herzens gefährdet war, aber er ahnte nicht, dass er todkrank war.

Kardiologe über Todesursache von Martin Haas: "Virus-Infektionen können zu tödlichen Herzstörungen führen"

Von einer ernsthaften Erkrankung sei Sat.1 nichts bekannt gewesen, gab vergangene Woche eine Sprecherin des Senders zu Protokoll. Ein Zusammenhang zwischen dem grippalen Infekt und dem Herzversagen von Martin Haas erscheint durchaus möglich, wie Kardiologe Alexander LeberFacharzt für Innere Medizin, gegenüber "Focus Online" erklärte:

Virus-Infektionen, wie etwa eine Grippe, gehen ans Herz. Sport sollte dann natürlich tunlichst vermieden werden. Wenn die Symptome zum Beispiel mit Entzündungshemmern unterdrückt werden, kann die Viruserkrankung das Herz befallen und dort zu Schäden führen, die wiederum gefährliche und tödliche Herzrhythmusstörungen (Kammerflimmern) auslösen können.

Grippe-Patienten rät der Experte daher zur absoluten Bettruhe - körperliche Anstrengungen sollten unbedingt vermieden werden, da sonst eine Herzmuskelentzündung drohe. 

Alina Merkau: "Wir haben erst nach der Sendung erfahren, dass Martin tot ist"

Ganz Deutschland trauert seit dem 27. März um das langjährige Sat.1-Gesicht, dem das Frühstücksfernsehen eine ganze Sendung widmete. Rückblickend gestand Matthias Killing der "Bild"

Es war die schwierigste Situation, die ich jemals vor einer Kamera hatte, denn Martin war ein Freund und wunderbarer Kollege, den wir über alle Maßen geschätzt haben.


©Screenshot Sat.1

Matthias Killing über Martin Haas: "Am Dienstag ist sein Herz stehengeblieben"

Die Moderatoren Merkau und Killing kämpften zwischenzeitlich mit den Tränen, fanden bewegende Worte für ihren geliebten Kollegen:

Es ist schon manchmal verrückt, wie das Leben so spielt, denn gestern um diese Uhrzeit war für uns noch überhaupt nicht daran zu denken, dass ein solcher Tag bevorsteht, weil wir eben erst nach der Sendung erfahren haben, dass Martin gestorben ist.

Am Dienstag ist sein Herz stehengeblieben, am Dienstag, am Nachmittag, am frühen Abend, und uns hat das gestern Morgen kalt erwischt, uns läuft immer noch ein Schauer den Rücken runter. (...) Wir denken heute an Martin Haas.

"Jetzt guckt man in den Hintergrund, und die Kollegen weinen eben auch"

Nach einem bewegenden Beitrag "Farewell, Martin Haas" drückten die Moderatoren weiter ihre Trauer über ihren Kollegen aus: "Martin war ein besonders Guter, er hat über niemanden jemals ein schlechtes Wort verloren. Er war jemand, der gern gelacht hat. Es ist einfach unfassbar, dass er nie wieder in dieses Studio reinkommen wird; das ist etwas, was wir alle noch nicht ganz begriffen haben."

©Screenshot Sat.1

Unsere Gedanken sind bei seiner Mutter und seinem Lebenspartner, die gerade die schlimmsten Tage ihres Lebens durchmachen müssen. 

Doch nicht nur das Moderations-Duo kämpft gegen die Tränen an, das ganze Team am Frühstücksfernsehen-Set ist tief bewegt, wie Alina Merkau feststellt: "Jetzt guckt man in den Hintergrund, und die Kollegen weinen eben auch."

Nach der Sendung berichtet Killing, wie es dem Frühstücks-TV-Team ohne Martin Haas erging: „Wir haben für eine ganze Redaktion, für das ganze Team gesprochen. Martin hat uns so viel bedeutet, und es tut uns allen wahnsinnig weh. Deswegen war es heute Morgen nicht leicht, wir haben aber versucht das auszudrücken was uns bewegt“.

©Screenshot Sat.1

Bewegende Worte von Daniel Boschmann: "Du gehst viel zu früh" 

Sat.1-Kollege Daniel Boschmann teilte kurz nach dem Tod von Haas auf Instagram eine herzzerreißende Botschaft:

 

 

Lieber Martin,
diese Nachricht ist entsetzlich.
Du wirst fehlen!
Ich kenne Dich als Menschen erst seit eineinhalb Jahren, die Person aus dem Frühstücksfernsehen gefühlt schon ewig. Ich mochte Dich sofort, weil Du so eine Ruhe ausgestrahlt hast und gleichzeitig immer so fröhlich warst. 
Du warst für mich in allem ein Musterbeispiel für einen herzlichen, aufrichtigen und kompetenten Kollegen.
Du hast alle, wie auch mich, mit offenen Armen empfangen und warst mit Deiner warmherzigen Art und Deinem sanftmütigem Wesen ein wundervoller Gesprächspartner. Egal welches Thema, Du hattest immer sofort einen tollen Tipp parat.
In München, beim Oktoberfest, hast Du mich unter Deine Fittiche genommen und mich „eingewiesen“. Das war ein sehr freundschaftlicher, sehr schöner Moment. Danke!
Ich habe Dich in unseren gemeinsamen anderthalb Jahren sehr schnell in mein Herz geschlossen.
Ich bin sehr froh, dass ich das Glück hatte Dich kennenlernen zu dürfen - jetzt bin ich allerdings unendlich traurig...
Du gehst viel zu früh. 
Tschüs Martin.

Oder wie Du mir geschrieben hast:
Big Haase is watching.

 

 

Fans entsetzt: "Das Leben ist ungerecht"

Bei Facebook reagierten die Anhänger des Sympathieträgers nach Bekanntgabe des Todes des Moderators ebenfalls geschockt: 

Es ist einfach unglaublich. So ein netter, sympathischer, souveräner Mensch. Er strahlte sehr viel Ruhe und Wärme aus. Aufrichtiges Mitgefühl an die Angehörigen!

Herzliches Beileid an alle, die um ihn trauern. Das Leben ist so ungerecht. Ich bin unsagbar traurig. Wünsche der ganzen Familie Kraft in dieser schweren Zeit.😥😢

Ich bin geschockt, die letzten Jahre war er fester Bestandteil des morgendlichen Vorbereiten für den Tag. Duschen, Kaffee, Nachrichten mit Martin Haas. 😟 Mein herzliches Beileid den Angehörigen und dem Sat.1-Team.

Die Moderatoren berichteten von überwältigender Anteilnahme der Zuschauer und zigtausenden Postings. Einige davon wurden auch eingeblendet und vorgelesen. 

Trauer bei den Senderverantwortlichen: "Geschockt und sehr traurig"

Ich bin geschockt und sehr traurig. Martin war nicht nur ein wichtiger Teil des 'Sat.1-Frühstücksfernsehens", sondern für mich auch die absolute Verkörperung sympathischer Nachrichten. Er wird uns und unseren Zuschauern sehr fehlen, 

drückte Sat.1-Geschäftsführer Kaspar Pflüger seine Trauer um Martin Haas aus. 

"Martin war ein ganz feiner Mensch"

Jürgen Meschede schlug ebenfalls traurige Töne an: "'Martin war ein ganz feiner Mensch'. Dieser Satz ist heute am häufigsten auf den SAT.1-Fluren zu hören. 27 gemeinsame Jahre. Ein Freund, ein großartiger Kollege, ein Nachrichten-Profi durch und durch. Und vor allem: Ein ganz feiner Mensch."

Haas hinterlässt seinen Lebenspartner und seine Mutter.

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